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Veranstaltungsübersicht 2012

 

 

Die Gedenkstätte Breitenau ist auch im 1. Halbjahr 2013 als Kooperationspartner bei verschiedenen Veranstaltungsreihen aktiv. Im Folgenden werden die Veranstaltungen im Rahmen der jeweiligen Veranstaltungsreihen aufgeführt und nicht in einer chronologischen Abfolge.

 

 

 

Sonntag, den 23.12.2012, ab 13 Uhr

Friedhof Herzhausen

 

Gedenkveranstaltung am „Polenkreuz“ in Herzhausen

 

Vor genau 70 Jahren richtet das NS-Regime am 19. Dezember 1942 in einem Waldstück bei Herzhausen 6 polnische Zwangsarbeiter hin. In einem Schnellverfahren wurden sie ohne Berufungsmöglichkeiten zum Tode verurteilt und an Ort und Stelle hingerichtet. Diesem „Sühnemord“ ging der gewaltsame Tod des Herzhäuser Hilfspolizisten Fritz Hamel voraus. Der sollte am 23. November 1942 den polnischen Zwangsarbeiter Nicolay Gluszko von Asel zum Bahnhof nach Herzhausen überführen. Gluszko wurde versuchte Brandstiftung vorgeworfen. Kurz vor Herzhausen überwältigte Gluszko den Hilfspolizisten, tötete ihn und flüchtete in die Ederberge. Alle Versuche seiner habhaft zu werden, scheiterten. Deshalb griff das NS-Regime zu dem drastischen Mittel des oben genannten „Sühnemordes“. Alle Zwangsarbeiter der Umgebung mussten unter Schlägen und Kolbenstößen an den Erhängten vorübergehen.

Am 19. Januar 1943 entdeckten die Häscher Gluszko und zündeten eine Handgranate in dessen Versteck. An den Verletzungen starb er kurze Zeit später im Korbacher Krankenhaus.

An diese schrecklichen Ereignisse möchte der Geschichtsverein Itter-Hessenstein e.V. bei einer Gedenkveranstaltung am Sonntag, den 23. Dezember erinnern und Sie hierzu herzlich einladen. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 13 Uhr auf dem Friedhof in Herzhausen.

Dr. Gunnar Richter, der Leiter der Gedenkstätte Breitenau in Guxhagen, wird anlässlich der Gedenkveranstaltung eine Ansprache halten und über die Schicksale der Ermordeten berichten.

 

 

 

Donnerstag, 17. Januar bis Sonntag, 7. April 2013

Regionalmuseum Wolfhager Land

Ritterstr. 1, 34466 Wolfhagen

Eröffnung: Mittwoch, 16. Januar 2013

 

 

Ausstellung und Veranstaltungsreihe

 

Legalisierter Raub

Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945

 

Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Hessischen Rundfunks. Mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

 

„Da mein Sohn außerordentlich begabt ist, wie auch sein Lehrer bestätigt, bitte ich Sie, mir das Klavier des evakuierten Juden zu überlassen.“ Mit dieser Bitte trat 1942 ein Offenbacher Bürger an sein Finanzamt heran.

 

Im Vorfeld waren ab 1933 bereits eine Vielzahl Gesetze und Verordnungen erlassen worden, die auf die Ausplünderung jüdischer Bürger zielte. Die Ausstellung „Legalisierter Raub“ stellt die Beamten der Finanzbehörden vor, die die Gesetze in Kooperation mit weiteren Ämtern und Institutionen umsetzten, und sie erzählt von denen, die Opfer dieser Maßnahmen wurden. Sie zeigt, wie das »Deutsche Reich« durch die Reichsfluchtsteuer, zahlreiche Sonderabgaben und schließlich durch den vollständigen Vermögenseinzug sowohl an denen verdiente, die in die Emigration getrieben wurden, wie an jenen, die blieben, weil ihnen das Geld für die Auswanderung fehlte oder weil sie ihre Heimat trotz allem nicht verlassen wollten. Nach den Deportationen kam es überall zu öffentlich angekündigten Auktionen aus »jüdischem Besitz«: Tischwäsche, Möbel, Kinderspielzeug, Geschirr, Lebensmittel wechselten die Besitzer.

 

Die regionale Präsentation in Wolfhagen steht unter der Schirmherrschaft von Uwe Schmidt, Landrat des Landkreises Kassel. Sie wird unterstützt von der Sparkassenstiftung Landkreis Kassel – Kultur, der Ernst Ludwig Chambré Stiftung zu Lich, der vhs Region Kassel, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, vom Arbeitskreis Rückblende – Gegen das Vergessen e. V., von Gegen Vergessen – Für Demokratie (Reg. Arbeitsgruppe Nordhessen), vom Internationalen Suchdienst (ITS) Bad Arolsen, vom Evangelischen Kirchenkreis Wolfhagen, von der Katholischen Kirchengemeinde Wolfhagen, von der Gedenkstätte Breitenau, der Region Kassel-Land e. V. (Ecomuseum), dem Kino Cinema Wolfhagen, der Stadt Wolfhagen und der Wilhelm Filchner Schule Wolfhagen.

 

Anmeldung und Information

Regionalmuseum Wolfhager Land

Ritterstr. 1, 34466 Wolfhagen

Tel.: 05692.992431

info@regionalmuseum-wolfhager-land.de

 

Öffnungszeiten

Di. bis Fr., 10.00–13.00 Uhr

und14.00–17.00 Uhr

Sa. und So., 14.00–17.00 Uhr

(Für Schulen öffnet die Ausstellung auf Anfrage auch außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten)

 

Kosten

Eintritt: € 3,– (Erwachsene)

Gruppen (ab10 Erw.): 1,– pro Person

Der Besuch des Museums ist eingeschlossen.

Für Schulklassen und Jugendgruppen ist der Besuch der Ausstellung kostenfrei.

Gruppenführungen: € 25,–

 

Begleitprogramm/ Veranstaltungsreihe (pdf-Datei)

 

 

 

 

Dienstag, 29.01.2013, 18:30 Uhr

Kino Cinema, Wolfhagen, Schützebergstr. 37

 

 

„Abrahams Gold“

Einführung und Moderation:

Dr. Gunnar Richter, Leiter der Gedenkstätte Breitenau

 

Der Film erzählt die Geschichte von Alois Hunzinger der zusammen mit seiner 14-jährigen Enkeltochter Annamirl in der Idylle eines bayrischen Dorfes lebt. Er ist ein angesehener Gastwirt, Annamirl liebt ihren Großvater über alles. Eines Tages fährt Hunzinger mit dem Bierfahrer Karl Lechner nach Auschwitz. Dort hat Hunzinger vor 45 Jahren eine Kiste mit Zahngold der im KZ Ermordeten versteckt. Für einen Anteil hilft Lechner ihm, den Goldschatz zu bergen. Was Lechner nicht weiß: er ist als Sohn jüdischer Eltern vor dem KZ gerettet und von Zieheltern aufgenommen worden. Unter der Regie von Jörg Graser spielen Hanna Schygulla, Günther Maria Halmer, Robert Dietl u.a.

 

Eintritt: 6 €

 

 

 

Pfingstsonntag, 19.05.2013, 11:30 Uhr

Eingangsportal des Fridericianum Kassel

 

 

 

„Dort wo man Bücher verbrennt,
verbrennt man auch am Ende Menschen“

Heinrich Heine


Lesen gegen das Vergessen

Veranstaltung zur Erinnerung an die Bücherverbrennung in Kassel
vor 80 Jahren am 19. Mai 1933 auf dem Friedrichsplatz

 

Es war am Abend des 19. Mai 1933 als SA- und SS-Kolonnen auf den Kasseler Friedrichsplatz aufmarschierten um unter dem Motto ‚Ungeist auf den Scheiterhaufen‘ in aller Öffentlichkeit Bücher der vom NS-Regime verbotenen Autoren zu verbrennen.

Bereits in den Tagen davor hatten Schüler und Studenten, die als ‚undeutsch‘ deklarierten Bücher aus den Kasseler Leihbüchereien und Buchhandlungen ausgesondert und zum Friedrichsplatz gekarrt.

Bei reger Anteilnahme einer großen Menschenmenge wurde dort ein Scheiterhaufen aus den tausenden Bänden dieser „intellektuellen Giftstoffe“ errichtet. Unter den Klängen einer SA-Kapelle wurde dieser dann in Brand gesteckt. Die Tageszeitungen berichteten in überschwänglichen Worten von diesem Ereignis!

 

80 Jahre danach wollen wir am Ort des Geschehens mit Texten

verfemter Autoren  an diese Ereignisse erinnern

 

 

Pfingstsonntag, den 19. Mai 2013, Beginn 11.30 Uhr am Eingangsportal des Fridericianum Kassel

 

 Es laden  ein: SPD-Ortsverein Altkassel Kooperationspartner.:  Deutsch-Israelische Gesellschaft  e.V., Gedenkstätte Breitenau e.V., Volkshochschule Region Kassel

 

 

 

Sonntag, 16. Juni 2013, 15 Uhr

Gedenkstätte Breitenau / Guxhagen

 

 

Über die Kraft zum Widerstehen.

Von Menschen in Breitenau, die sich nicht beugten.

 

Vortrag mit anschließender Führung von Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar

 

 

Vor 80 Jahren, am 16. Juni 1933, wurde auf dem Gelände des ehemaligen Klosters und späteren Arbeitshauses Breitenau, ein frühes Konzentrationslager eingerichtet. Der Nationalsozialismus zielte auf die Erniedrigung und Vernichtung von politischen und religiösen Haltungen, die sich ihm in den Weg stellten. Ein Instrument dieser Unterwerfung bildeten die frühen Konzentrationslager, in denen Oppositionelle, Gegner und aus anderen Motiven Ausgegrenzte und Unangepasste eingesperrt und gefügig gemacht werden sollten. Prof. Dr. Krause-Vilmar wird in seinem Vortrag und der anschließenden Führung, unter besonderer Berücksichtigung einzelner Gefangener des Konzentrationslagers Breitenau (1933/34), von deren aufrechter Haltung, Selbstbehauptung und Gegenwehr berichten.

Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Erziehungswissenschaft an den Universitäten Marburg und Frankfurt/Main und war von 1975 –2005 Professor für Erziehungswissenschaften an der Universität Kassel. Er ist Initiator und Mitbegründer der Gedenkstätte Breitenau und seit über 30 Jahren mit der Erforschung sowie mit Fragen der Vermittlung der NS-Zeit, insbesondere in Kassel, Breitenau und der nordhessischen Region, befasst. Hierzu hat er zahlreiche Beiträge und Publikationen veröffentlicht und mehrere Auszeichnungen erhalten.