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Erinnerung braucht
einen Ort
Zum Kasseler "Mahnmal für die Opfer des
Faschismus"
von Hilde Dohmann
Im Sommer 1997
wurde von der Gedenkstätte Breitenau eine Führung zu den verschiedenen
Denkmälern für NS-Opfer in der Stadt Kassel als Rahmenprogramm zur documenta
X angeboten. Neben Aspekten der künstlerischen Gestaltung sollte der Rundgang
etwas über Hintergründe und Entstehungsprozesse der Denkmäler vermitteln.
Treffpunkt war jeweils donnerstags um 14 Uhr vor der Murhardschen
und Landesbibliothek, denn ursprünglich war das Rasendreieck vor der
Bibliothek der von der Baukommission vorgeschlagene Platz für das Mahnmal für
die Opfer des Faschismus. Der Gewinner des von der Stadt Kassel
ausgeschriebenen Wettbewerbs, Professor Hans Sautter, wählte jedoch einen
Platz hinter der Bibliothek. Ein vorhandenes Rondell wurde zu einem runden
Raum mit 7m hoher Sandsteinmauer gestaltet, in deren Mitte eine riesige
Dornenkrone schwebt und dessen Decke der Himmel ist. Am Eingang stehen zwei
Steinplastiken, die Trauer und Hoffnung symbolisieren.
Die nächste Station war das Ehrenmal für die Gefallenen des 1. und 2.
Weltkrieges in der Karlsaue. Nach dem 1.Weltkrieg
hat der Kurhessische Kriegerbund in Kassel nach einer Möglichkeit gesucht,
den Gefallenen eine Gedenkstätte zu errichten. Die Entscheidung, einen
verfallenen, barocken Terrassengarten in ein Ehrenmal umzuwandeln, wurde
ebenfalls von Professor Sautter herbeigeführt. In der Anlage aus
doppelarmigen Treppen, Stützmauern und Terrassen wurden Gedenktafeln
angebracht, auf denen die entsprechenden Regimenter genannt werden. Auf
diesen Tafeln steht die Verherrlichung des Kriegstodes im Vordergrund.
Seit 1985 gibt es dort auch eine Gedenktafel, die an die Deserteure des 2.
Weltkrieges erinnert.
Die Zeit des Nationalsozialismus wird wiederum durch eine Tafel in der Oberen
Karlsstraße 17 wachgehalten. An diesem Ort stand ein Versammlungslokal der
NSDAP und SA, die ”Bürgersäle". Ein jüdischer
Anwalt, Dr. Max Plaut, wurde hier 1933 so
misshandelt, dass er kurze Zeit später an seinen Verletzungen starb.
Zum Abschluss der Führung traf man sich auf dem Rathausvorplatz. Seit 1987
ist nach dem Konzept des Kasseler Künstler Horst Hoheisel
der Aschrott-Brunnen als Denkmal gestaltet. Ehemals
erhob sich ein 12m hoher Obelisk, an vier Seiten umstellt von kleineren
Pyramiden, gestiftet 1908 für das neue Rathaus von Sigmund Aschrott, einem jüdischen Tuchfabrikanten. Deshalb wurde
der Brunnen 1939 demoliert, 1943 in ein Blumenbeet und 1964 in einen
Springbrunnen umgewandelt. Der Henschel-Brunnen auf der anderen Teppenseite wurde nach dem Krieg sofort wiederaufgebaut.
In den 80er Jahren versuchte ein ”Verein
zur Rettung historischer Denkmäler", dort einen 4m hohen rechteckigen
Gedenkstein für sämtliche Stifter der Stadt Kassel aufzustellen. Auch eine
getreue Rekonstruktion des Brunnens stand zur Diskussion.
Der Künstler Hoheisel hat die Pyramide als hohle
Betonform wieder aufgebaut und sie dann spiegelbildlich - als "offene
Wunde" - 12 Meter hinab ins Grundwasser versenkt. Er wünscht sich die
verdrängte Geschichte des Aschrottbrunnens wieder
an die Oberfläche zu holen, indem man sich auf die Mitte des Brunnens stellt
und die Gedanken mit dem herabstürzenden Wasser in die Tiefe der Geschichte
hineingezogen werden.
Ebenfalls am Rathaus wurde im Juni 1996 eine Gedenktafel für die deportierten
und ermordeten Sinti und Roma angebracht, einer Volksgruppe, die lange als
Opfer der Nationalsozialisten verdrängt und ausgegrenzt worden war.
Mit dieser kurzen Darstellung der verschiedenen Orte, an denen öffentliche
Erinnerung stattfindet, wenden wir uns dem ersten Mahnmal in Kassel auf dem
Weinberg zu.
Wie schwierig sich so eine Denkmalssetzung gestalten kann, zeigt die
gegenwärtige Diskussion um das geplante Holocaust-Denkmal in Berlin.
Nach der These von Jochen Spielmann sagen Denkmäler "wenig über die
Vergangenheit aus, um so mehr über die Zeit, in der
sie gesetzt werden und über diejenigen, die sie setzen."
Welche gesellschaftlichen Kräfte fordern in Kassel nach dem 2. Weltkrieg die Erinnerung
an die im Namen des deutschen Volkes begangenen Verbrechen? Welche Opfer
sollen bedacht werden? Wer bestimmt den Aufstellungsort?
Die öffentliche Diskussion über ein Mahnmal begann wenige Jahre nach dem 2.
Weltkrieg. Im Oktober 1948 stellte der Stadtverordnete der SPD-Fraktion
Goethe den Antrag auf "Einrichtung einer würdigen Erinnerungsstätte für
die Opfer des Faschismus".
Stadtrat Reinbach, Mitglied der Kommunistischen
Partei und Vorsitzender des VVN, betonte in der Stadtverordnetenversammlung am
1. November 1948, dass der VVN schon ein Jahr zuvor, im September 1947, die
SPD-Fraktion angeschrieben hatte, sich für ein Ehrenmal einzusetzen, da die
KPD zu jener Zeit in der Stadtverwaltung nicht vertreten war.
In vielen Fällen wurden von den befreiten KZ-Häftlingen selber Denkmäler
errichtet, um die Geschehnisse aus der Sicht der Eingesperrten darzustellen.
So wurde auch in Kassel die Initiative und der
Anstoß von den ehemals Verfolgten des Naziregimes gegeben. Zu dieser Gruppe
zählten seit 1933 die Mitglieder der Kommunistischen Partei, was Stadtrat Reinbach während seiner Rede ausdrücklich erwähnte. Im
Zuge der Politik des Kalten Krieges gerieten die Mitglieder seiner Partei
wiederum unter Druck.
Insgesamt wurde der Vorschlag zur Errichtung eines Mahnmals von den damaligen
politischen Parteien - CDU, SPD, KPD und DB (Deutscher Block) - positiv
aufgenommen, interessant ist jedoch eine Andeutung des Stadtverordneten
Goethe inbezug auf das Mahnmal:
"Dieser Antrag soll nicht den Zweck haben, die Kluft zwischen den
Bürgern der Stadt Kassel aufzureißen."
Die gemeinte Kluft kann wohl nur die zwischen Tätern und Opfern sein.
In diesen Zusammenhang gehört auch der von Reinbach
angesprochene Aspekt, das Denkmal "als eine gewisse moralische
Wiedergutmachung" für die Verfolgten des Naziregimes anzusehen.
Dieser Gedanke findet sich noch 1950 in einem Protokoll der
Baukommissionssitzung, wo man überlegt, ob man nicht anstatt eines Denkmals
eine gemeinnützige Einrichtung, z. B ein Altersheim, einrichtet.
An diese Überlegung knüpft die Frage nach den Opfern. Welche Opfer sind
gemeint, wenn von "Opfern des Faschismus" die Rede ist?
Der Stadtverordnete Goethe (SPD):
"Zu den Opfern des Faschismus gehören die politisch, rassisch und
religiös Verfolgten, deren Zahl nach vorsichtiger Schätzung elf Millionen
Menschen beträgt. Männer, Frauen und Kinder sind in deutschen
Konzentrationslagern... hingemordet worden. Es gehören zu den Opfern des
Faschismus die Millionen der gefallenen Soldaten aller Länder. Es gehören zu
seinen Opfern die Flüchtlinge, die Ausgebombten und die Kriegsgeschädigten,
es gehören zu ihnen auch die Männer des 20. Juli 1944. (...)
Es gehören zu den Opfern des Faschismus die gefallenen Helden in Spanien, die
dort gegen den Faschismus gekämpft haben, es gehört zu ihnen die Jugend der
ganzen Welt. (...) Die Opfer der Widerstandsbewegung sind aus den Kreisen
aller Deutschen gebracht worden. Beispiele von wirklicher Größe und wahrem
Heldentum haben die Frauen der politisch, religiös und rassisch Verfolgten
gegeben. Sie haben ihre Männer, Brüder und Söhne mit stolzem Bewusstsein in
den Kampf geschickt."
Hier wird die Mehrzahl der Bevölkerung zum Opfer, alle sind Leidtragende von
Krieg und Niederlage, praktisch jeder hat familiäre und materielle Verluste
erlitten, und damit fällt die Frage nach Tätern, Mitläufern oder Duldern der
verbrecherischen Nazi-Politik weg!
Ganz anders hingegen definierte Stadtrat Reinbach
die Opfergruppe:
"Gewiss unter diesem Kollektivbegriff kann man auch zusammenfassen alle
die, die im Krieg gefallen sind, die durch Bombenangriffe gestorben
sind.(...)
Wir wollen doch zunächst einmal herausstellen, dass es sich um die Leute
handelt, die mit diesem Begriff gemeint sind, die aus eigener Tatkraft heraus
aktiv gegen diesen Faschismus angekämpft haben und nicht die, die durch
Zufall zu Opfern dieses Faschismus geworden sind, genau so
wie sie Opfer einer anderen Nation in einem anderen Krieg geworden
wären."
In der Ausschreibung für das Denk- und Mahnmal im Januar 1951 heißt es über
die Opfer des Faschismus:
"...diejenigen Kasseler Mitbürger, die während der Herrschaft der
Nationalsozialisten aus politisch, rassisch und religiösen Gründen verfolgt
wurden und die ihr Bekenntnis zur demokratischen Freiheit und Friedensliebe
im Widerstand gegen Diktatur und Gewaltherrschaft mit dem Tode büßen mussten,
insbesondere die Insassen der KZs, die Bombenopfer wie auch die unter die
Fahne gezwungenen, gefallenen und verstümmelten Soldaten..."
So kann man feststellen, dass das Mahnmal in Kassel das Gedenken an sehr
unterschiedliche Gruppen vereint, was heute nicht mehr möglich wäre.
Nicht die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, sondern Versöhnung
der Nachkriegsgesellschaft ohne Schuldzuweisung war gewünscht.
Wenden wir uns nun dem Aufstellungsort des Mahnmals zu.
Ein wichtiger Bestandteil des Denkmals und seiner Aussage ist der Ort, an dem
es errichtet wird. Eine Möglichkeit wäre gewesen, es an einen Ort des
historischen Geschehens zu setzen. In der Stadtverordnetenversammlung vom
1.November 1948 machte der Stadtverordnete Hüpeden
(SPD) einen entsprechenden Vorschlag:
"Die Stadt erwirbt das Grundstück, auf dem die Bürgersäle errichtet
waren, errichtet dort eine Grünanlage und bringt an der eindrucksvollsten
Stelle die Mahnung an:
'Hier begannen die Gräuel, die im Laufe des Hitler-Regimes zu dem riesigen
Elend Deutschlands und der ganzen Welt geführt haben .'"
Wie schon erwähnt, steht heute an dieser Stelle eine Gedenktafel.
Vorgeschlagen wurden noch einige andere Plätze, wie z.B. der "Ehrenhof
des Rathauses" oder der "Ausbau der Ruine der Karlskirche",
aber man einigte sich dann auf die "Freifläche vor der Murhard-Bibliothek", weil dort eine
"stimmungsvolle Umgebung" sei, "außerdem liege es etwas
abseits vom Verkehr, es sei jedoch nicht aus der Innenstadt und aus dem
Blickfeld gerückt."
Die Stadt Kassel entschloss sich mit dieser Platzvorstellung zu einer
Ausschreibung eines Ideenwettbewerbs; insgesamt 20 Teilnehmer reichten 32
Entwürfe ein.
Den 2. Preis in Höhe von 1000 DM erhielt Wilhelm Hugues mit einer Frauengestalt.
Dieser Künstler hatte schon 1950 einen Gedenkstein mit einer trauernden Frau
für die von der Gestapo erschossenen Häftlinge in Breitenau angefertigt. Ein
weiteres Mahnmal von Hugues für die 28 Ermordeten am Fuldaberg - ein zwei
Meter hohes Kreuz -, mit der für 1954 ungewöhnlichen Bemerkung
"Unbekannte Opfer der Gestapo", steht seit 1960 auf der
Kriegsgräber-Ehrenstätte bei der Jugendburg Ludwigstein.
Der erste Preis fiel an den
Entwurf von Professor Hans Sautter, den ehemaligen Direktor der Kasseler
Kunstgewerbeschule und Lehrer von Wilhelm Hugues. Hans Sautter war in den
20er Jahren SPD-Stadtrat und wurde von den Nationalsozialisten 1933 aus
seinem Direktorenamt entlassen und mehrere Male verhaftet. In seinem Entwurf
für das Mahnmal hielt er sich nicht an den vorgeschlagenen Platz und auch
nicht an die Vorgabe, dass das Mahnmal in seiner gegenständlichen Erscheinung
ein Sinnbild "für die innere heroische Haltung der
Widerstandskämpfer" sei.
Sein Mahnmal ist eine architektonische Lösung, ein nach oben offener Raum,
der als "eine Stätte der Einkehr, ein Ort des Verweilens den Menschen
dienen soll," wie er selbst in seiner Rede bei der Einweihung hervorhob,
und liegt hinter der Bibliothek.
Über dem Eingang befindet sich die Denkmalsinschrift: "DEN
VERNICHTETEN" und die Worte Schillers: "DIE LEBENDEN RUFE ICH / DIE
TOTEN BEKLAGE ICH". Im Innern des Rondells sind noch zwei Inschriften
von Hebbel und Hölderlin zu lesen.
Als den "Dornenkranz der deutschen", bezeichnete Hans Sautter in
seiner Entwurfszeichnung die Dornenkrone. Sie ist nach dem Kreuz das größte
Leidenssymbol der christlichen Heilsgeschichte.
Waren damit nicht die Juden als Opfer ausgeschlossen?
Auf diese Frage erklärte der Sohn von Hans Sautter, dass gerade die Juden als
Opfer für seinen Vater an erster Stelle standen. Die Dornenkrone mit einem
Durchmesser von 2,50m, einem Gewicht von 11 Zentnern und 700 Dornen gehört
zur christlichen Formensprache, derer man sich bei Nachkriegsdenkmälern im Westen
überwiegend bediente. Die Stacheln stehen für Verletzung, Schmerz,
Gefangensein. Sie verkörpern Trauer und Leid, und darin vereint sie die
Nachkriegsgesellschaft.
Das Symbol der Dornenkrone
findet sich übrigens auch seit 1960 in der
"Todesangst-Christi-Kapelle" auf dem Lagergelände in Dachau, und
1985/86 gab es die Überlegung für ein zentrales Denkmal in Bonn in Form einer
riesig dimensionierten schwebenden Dornenkrone auf der Bonner Rheinaue.
Abweichend von dem bis jetzt harmoniebezogenen Konzept ist die
Denkmalsinschrift "Den Vernichteten". Sie hat zu Bedenken und
Diskussionen besonders unter den Kasseler Geistlichen geführt, die darin
"eine Verletzung des christlichen Gedankens sahen.
Die Inschrift deutet auf Sprachgebrauch und Handlungsweise der Täter hin. Sie
wollten ihre Opfer vernichten und ausrotten, ohne Spuren zu hinterlassen.
Worte wie: Judenvernichtung, Vernichtungslager, Vernichtungsprogramm,
Massenvernichtung sind mit der nationalsozialistischen Staatsideologie
verbunden.
Bei der Einweihung am 6. Dezember 1953 unterschied Professor Dr. Hermann
Brill in seiner Rede zwischen den Opfern im aktiven Sinne, die ihr Leben für
eine Idee bewusst einsetzen, und den Vernichteten, die wie verwelkte
"Blätter im Winde" über die Erde ziehen.
Auf die Frage, wie es zu den NS-Verbrechen kommen konnte, wurden bei der
Einweihung deutliche Antworten gegeben: Für Prof. Brill war die "Lehre
des Nihilismus, die Lehre des Nichts und der Vernichtung" verantwortlich
für den NS-Völkermord. Nach einer ausführlichen Darstellung der geschehenen
Verbrechen der Nationalsozialisten erklärte Pfarrer Wiegand: "Der
Mensch, der keine Verantwortung vor Gott kennt, kennt auch keine Ehrfurcht
vor den Menschen. (...) Das Untermenschentum ist also eigentlich gar keine
typische deutsche Angelegenheit, sondern eine allgemein menschliche. Was bei
uns gestern geschah, kann heute in jedem anderen Volke auch geschehen, wenn
es reif dafür ist. Ein Blick über die Grenzen beweist dies."
Diese Formulierung demonstriert sehr deutlich den damaligen Antikommunismus.
Erinnert wird nicht nur an die NS-Verfolgten, sondern das Denkmal wird
gleichzeitig als Mahnung gegen den Kommunismus benutzt. Es wird eine
Entwicklung deutlich, wonach die kommunistischen Verfolgten, die zudem den
Anstoß für die Errichtung des Denkmals gegeben hatten, aus der Gruppe der
Opfer ausgeschlossen werden.
Bei beiden Rednern wird aber auch eine Ambivalenz deutlich: dass man über die
grausamen Verbrechen der NS-Zeit lieber schweigen möchte, sie aber dennoch
nicht vergessen darf.
So erklärte Prof. Dr. Brill: "Wenn wir selbst geistig gesund weiterleben
wollen, können wir nichts anderes tun, als den Mantel des Schweigens, der das
Grauen bedeckt, über sie (die Opfer) zu breiten. Deshalb wollen wir auch
nichts weiter über diese grässlichste aller Ausrottungen sagen. Aber hüten
wir uns vor Vergessen und Verzeihen; denn die Mörder und Mordgesellen leben
mitten unter uns!"
Es stellt sich die Frage, ob der Standort des Mahnmals für die Opfer des
Faschismus nicht dem Wunsch nach Verdrängen und Verschweigen entgegengekommen
ist.
Schon in einem Artikel in den Hessischen Nachrichten wurde festgestellt, dass
der Ort für ein Mahnmal "sehr einsam" ist," doch Stadtbaurat
Dr. Ing. Bangert versicherte, "dass sie [die Straße] nach Fertigstellung
der geplanten Straßenführung einen lebhaften Fußgängerverkehr haben
werde."
Der lebhafte Fußgängerverkehr hat sich jedoch nicht eingestellt, und leider
kann das Mahnmal nur nach vorherigem Schlüsselholen aus dem Kulturamt
betreten werden. So wird es lediglich zu offiziellen Gedenkfeiern genutzt.
Das Metallgitter am Vorplatz ist nach Hakenkreuzschmierereien in den
60-Jahren angebracht worden. Die einzigen regelmäßigen Besucher sind die
Häschen aus dem Park, die ohne Schwierigkeiten durch die Gitterstäbe können.
Zudem ist das Mahnmal rundherum mit Büschen so zugewachsen, dass selbst die
wenigen Fußgänger und die Besucher der Murhardschen
Bibliothek nicht auf das Denkmal aufmerksam werden.
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