Beschreibung: C:\Users\Breitenau\Homepage\bilder\titel.jpg

 


 

Übersicht
 
Gedenkstätte

außerschulisches Lernen Ausstellung
Wege des Gedenkens
Förderverein
Rundbrief
Kontakt / Impressum
Anfahrt / Zeiten

 
Veranstaltungen / Aktuelles
 
Geschichte

bis 1874
ab 1874
1933/34
1940-45
Einzelschicksale
1945
nach 1945
1952-73

 
Publikationen
 
Links
 
 
English Information
 

 

Breitenau - Teil eines riesigen Verfolgungsapparates
 

In den letzten Jahren sind durch Schülerprojekte, Studentengruppen und Geschichtswerkstätten auch an zahlreichen hessischen Orten ehemalige Lager wiederentdeckt worden. Einige davon wurden im wahrsten Sinne des Wortes "ausgegraben". Einmal waren es Teile eines Lagertores, die irgendwo auf einer Wiese standen, ein anderes Mal Grundmauern von Baracken, die dichtes Gestrüpp überwuchert hatte. In anderen Fällen merkte man erst jetzt, dass es sich bei einem Gartenhaus oder einem Geräteschuppen um eine ehemalige Lagerbaracke handelte. Oder es wurden fast vollständig erhaltene Gefangenen-Lager "entdeckt", die man erst beim näheren Hinsehen erkannte, weil sie zu Wohnsiedlungen umgebaut worden waren.
Beschreibung: Reste des Lagers PfaffenwaldHinter all diesen Überresten verbarg sich die Geschichte von kleineren und größeren Lagern, und mit all diesen Lagern ist das Schicksal von Tausenden von Gefangenen verbunden. Nach und nach trat ein regelrechtes Lagernetz zutage.
Allein in Hessen existierten während des Zweiten Weltkrieges mindestens 28 Außenkommandos der SS-Konzentrationslager Dachau, Buchenwald, Sachsenhausen und Natzweiler, des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück und des SS-Sonderlagers Hinzert. Außerdem gab es mindestens sechs Kriegsgefangenenlager und acht sogenannte "Arbeitserziehungslager", zu denen auch Breitenau zählte. Hinzu kamen unzählige Zwangsarbeiterlager, in denen Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder aus allen besetzten Ländern zusammengepfercht waren, um in der Industrie Zwangsarbeit zu leisten.
Beschreibung: Breitenau als Teil des LagersystemsAllein in Kassel sind über 200 solcher Lager nachgewiesen. Wenn man einmal das ehemalige Deutsche Reich und die besetzten Gebiete betrachtet, wird das Ausmaß noch erschreckender: insgesamt sind bis heute mehr als 1600 Außenkommandos und Stammlager von SS-Konzentrationslagern bekannt.
Breitenau, das ein Teil dieses Verfolgungsapparates war, stand mit vielen dieser Lager in Verbindung. Aus anderen Dokumenten, die in der Gedenkstätte ausliegen, werden die vielfältigen Beziehungen zu den anderen Lagern ersichtlich. Außerdem kann man anhand dieser Unterlagen die Leidens-Wege der Gefangenen verfolgen. So z.B. den von Arien H., einem ehemaligen holländischen Zwangsarbeiter der Fieseler-Werke in Kassel. Er war in einem Zwangsarbeiterlager von Fieseler untergebracht und wurde am 7, April 1943 von der Geheimen Staatspolizei verhaftet, "weil er drei russische Kriegsgefangene mit erhobener, geballter Faust grüßte". Durch seinen Gruß hatte er sich mit den sowjetischen Kriegsgefangenen solidarisch erklärt, und das reichte für die Gestapo als Haftgrund aus. Zwei Tage später, am 9. April, wurde er in Breitenau eingewiesen und von dort am 13. September 1943 in das Konzentrationslager Sachsenhausen / Oranienburg deportiert.


 

(aus: Richter, Die Gedenkstätte Breitenau in Guxhagen bei Kassel, S.22)

 

Weitere Informationen:
- "Arbeitserziehungs-" und Konzentrationssammellager Breitenau 1940-1945
- Jugendliche und Kinder als Gefangene